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VKU-Revision nicht vor 2023

Bereits 2020 hat die Fachgruppe Autofahrlehrer des SFV, unter der Leitung von Bruno Schlegel, die ersten Arbeiten für eine Revision des obligatorischen Verkehrskundeunterrichts aufgenommen. Zwischenzeitlich wurde das Projekt von der Fachgruppe Autofahrlehrer zielgerichtet vorangetrieben.

Im August 2018 veröffentlichte das ASTRA die Auswertung über die Vernehmlassung zu OPERA 3. Diese zeigte bereits auf, dass E-Learning im zukünftigen VKU erlaubt wird. Eine Änderung des seit 1993 obligatorischen Verkehrskundeunterrichts, der bis auf wenige Anpassungen unverändert ist, muss somit erfolgen. Im September 2020 hat das ASTRA eine neue Weisung betreffend VKU der Fahrlehrerschaft unterbreitet. Zwei neue Kursinhalte sowie die eher «kosmetischen» Änderungen wurden am 1.1.2021 in Kraft gesetzt. Im Hinblick auf den allgemeinen Revisionsbedarf des Verkehrskundeunterrichts und der fortschreitenden Digitalisierung im Bereich E-Learning hat die Fachgruppe Autofahrlehrer die Arbeiten zur Revision des obligatorischen Verkehrskundeunterrichts vor längerer Zeit begonnen. Ziel der Fachgruppe Autofahrlehrer ist es, dass eine zukunftsgerichtete Unterrichtsform geschaffen werden kann, die den Stellenwert des VKU erhöht und – wo sinnvoll – E-Learning-Methoden zur Steigerung der Attraktivität des Kurses partiell miteinbezieht.

Arbeitsgruppe
Eine führende Rolle im Prozess der VKU-Revision sollten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer übernehmen, welche über jahrelange Erfahrung im Bereich der theoretischen sowie praktischen Grundausbildung verfügen. Aus zwei Fahrlehrerinnen und sechs Fahrlehrern wurde für die «Revision VKU» und «E-Learning VKU» eine sachkundige und erfahrene Arbeitsgruppe zusammengestellt.

Projektüberblick
Vorgängig wurden in einer ersten Projektphase einige konzeptionelle Fragen geklärt. In einer zweiten Projektphase wird der VKU einer umfassenden Überarbeitung unterzogen werden. In einer dritten Phase soll dann die Basis geschaffen werden, damit Teile (zwecks Überprüfung der Lernfortschritte) via E-Learning abgedeckt werden können. Der SFV betont, dass der Präsenzunterricht damit nicht abgebaut, sondern ergänzt werden soll. E-Learning soll zwecks Lernkontrolle sowie einer Optimierung des Verkehrskundeunterrichts integriert werden.

Eine Analyse der unterschiedlichen VKU-Themen wurde bereits vorgenommen. Die daraus resultierte eine mögliche Prioritätenliste, welche als Grundlage für einen neuen VKU, für den Bereich E-Learning sowie für den Präsenzunterricht, dienen soll. Im Vordergrund stehen folgende Punkte, welche unter anderem mit E-Learning vermittelt werden könnten:

  • Fahrmotiv, Fahrerprofil, Vorbereitung
  • Kenntnisse des ausgestellten Lernfahrausweises
  • Stand der Regelkenntnisse
  • 4 A-Training
  • Verhalten bei Unfall (Erste-Hilfe-Leistung, Wild usw.)
  • Partnerkunde
  • Grundlagenkenntnisse der Fahrzeuge (Auto, Motorrad usw.), Armaturen

Prüfungspflicht E-Learning VKU
Die Arbeitsgruppe spricht sich klar für einen vorgängigen Test mittels «E-Learning VKU» aus. Nach bestandenem Test sollen die Lernenden den Präsenzunterricht besuchen. Es stellt sich die Frage, ob der Online-Test lokal (im Theorielokal) oder ortsunabhängig durchgeführt werden soll. Bei der ortsunabhängigen Variante kann nicht kontrolliert werden, ob die Fragen wirklich von der entsprechenden Person beantwortet wurden.

Berufsbildungsfonds BBF
Die Arbeiten der Arbeitsgruppe «Revision VKU» und «E-Learning VKU» werden letztlich für die gesamte Fahrlehrerschaft dienlich sein. Die Fachgruppe Autofahrlehrer hat bei der Kommission Berufsbildungsfonds BBF zwei Leistungsgesuche eingereicht, die abgelehnt wurden.
Die BBF-Kommission unterstützt die Revision des in die Jahre gekommenen VKU. Vorerst müssen jedoch klare Leitplanken, Richtlinien und Vorgaben des ASTRA für den VKU der Zukunft bekannt und genehmigt sein, die nicht auf Vermutungen der Gesuchsteller basieren. Eine Entwicklung des zukünftigen VKU-Unterrichts darf nach Ansicht des SFV und der BBF-Kommission nicht dazu führen, dass der wichtige Präsenzunterricht zeitlich reduziert wird. E-Learning soll als Vorbereitung oder als Prüfmittel in den VKU der Zukunft einfliessen.

Bundesamt für Strassen (ASTRA)
Bei der Fahrlehrerschaft ist die Befürchtung aufgekommen, dass das ASTRA nach dem zweiten Weiterbildungstag WAB in absehbarer Zeit auch den VKU streichen möchte. In einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) und dem Schweizerischen Fahrlehrerverband hat das ASTRA festgehalten, dass der VKU auch weiterhin einen wichtigen Bestandteil der theoretischen Fahrausbildung darstellen soll und wird. Das ASTRA anerkennt den Handlungsbedarf einer Revision und hat vor wenigen Wochen eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die VKU-Weisungen anzupassen. Auf Anfrage des FL-Magazins kommunizierte das ASTRA, dass die Revision VKU nicht vor 2023 zu erwarten sei.

Wir sind gespannt wie die zukünftigen VKU-Weisungen des ASTRA lauten werden. Selbstverständlich werden wir Sie weiterhin auf dem Laufenden halten…

 

Beitrag: Jürg Strebel
Quelle: Jahresbericht 2021 Schweizerischer Fahrlehrerverband / ASTRA
Bild: didesign, stock.adobe.com

 

Geprüfte Lehrmittel von Let's drive

Bis Inkrafttreten der VKU-Revision plus einer Übergangsfrist können die geprüften Lehrmittel von Let's drive weiterhin im VKU eingesetzt werden. Die Einführung der aktualiserten Lehrmittel (Print und digital) wird von einer Umtauschaktion begleitet.

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